FAQ – Häufige Fragen rund um Ping & Latenz

Was bedeuten die Werte eigentlich, was ist „normal" und was kann ich tun, wenn mein Ping zu hoch ist? Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen.

Was ist eigentlich ein Ping?

Ping ist eigentlich eine eher umgangssprachliche Metapher für die sogenannte „Round-Trip-Time", kurz RTT. Dabei handelt es sich technisch um die Zeit, welche ein Datenpaket vom Endgerät des Nutzers (z. B. Smartphone oder Laptop) bis zum Server (z. B. wikipedia.de) und zurück benötigt. Daher auch „Latenz". Üblicherweise wird die Zeitdauer in Millisekunden gemessen. Der „Ping" ist zum Synonym für die „Reaktionsgeschwindigkeit" von Internetverbindungen geworden.

Niedrige Werte führen dazu, dass sich „das Internet schnell anfühlt". Hohe Werte erzeugen subjektiv das Gefühl von Trägheit.

Je nach genutzter Internetzugangsart wie DSL, Kabel, 5G oder Glasfaser, beträgt der Ping bzw. RTT in der Regel zwischen 1 und 100 Millisekunden. Bei Satelliten­internet kann der Ping sogar mehrere hundert ms betragen. Welche Spannen typisch sind, zeigt unsere Tabelle weiter unten.

Besonders wichtig sind schnelle Pingzeiten für Onlinespiele, Video-Calls und VOIP-Telefon­gespräche. Aber auch Videostreaming und Clouddienste sowie normales Surfen profitieren von geringen Latenzen.

Wie unterscheiden sich Ping, Latenz und Jitter?

Beim Ping handelt es sich wie oben dargelegt um eine Latenzzeit – genauer gesagt für die Zeit, welche ein Datenpaket für den Hin- und Rückweg benötigt. Streng genommen ist die Latenzzeit nur die Einwegzeit bis zum Server und der Ping die Zeit für den Weg hin und zurück.

Beim Jitter handelt es sich um einen Messwert, der die Schwankung von mehreren Einzelpings misst. Je konsistenter, desto geringer fällt der Jitter aus.

  • Beispiel: 5 Pings mit Werten 18, 19, 17, 20, 18 ms → niedriger Jitter
  • Beispiel: 5 Pings mit 18, 45, 22, 80, 25 ms → hoher Jitter, problematisch

Problematisch sind starke Schwankungen beim Ping vor allem für VOIP und Gaming.

Dauerhaft hohe Jitter-Werte können ein Warnsignal sein, dass etwas mit dem Internet­zugang nicht ganz stimmt. Die häufigste Ursache sind WLAN-Probleme. Hervorgerufen z. B. durch Funkstörungen durch benachbarte bzw. überlappende Kanäle (besonders im 2,4 GHz Band), schwacher Empfang und Störquellen wie Babyphones oder Bluetooth-Geräte. Aber auch veraltete WLAN-Standards (vor WiFi 5) und schlechte Repeater/Meshs können Ursache sein.

Eine weitere Quelle für hohen Jitter ist Bufferbloat. Dabei füllen sich Routerpuffer bei hoher Datenlast und Pakete müssen erst in der Warteschlange verharren bevor sie weitergeleitet werden. Typisch vor allem bei alten DSL-Anschlüssen.

Weitere mögliche Gründe sind Hardwareprobleme aller Art. Von defekten LAN-Kabeln, Switches oder überhitzten Routern.

Software kann natürlich ebenfalls für hohe Jitterwerte sorgen. Etwa bei der Nutzung von VPN, weil die Latenz hier mit der VPN-Server-Auslastung schwanken kann oder wenn Antivirus­programme Datenpakete sehr aggressiv inspizieren.

Jitter Bewertung Wahrscheinliche Ursache
< 2 ms Ausgezeichnet LAN, Glasfaser optimal
2–5 ms Sehr gut Normales LAN/Glasfaser
5–10 ms Gut DSL/Kabel typisch, gutes WLAN
10–20 ms Akzeptabel Solides WLAN, mittlere Distanz
20–50 ms Auffällig WLAN-Schwierigkeiten, leichter Bufferbloat, oder Zeitspitze
> 50 ms Problematisch Defektes WLAN, Hardware-Probleme, schwerer Bufferbloat
Wie äußert sich hoher Jitter in der Praxis?

Bei VOIP kann es häufig zu Aussetzern kommen oder die Stimme klingt roboterhaft bzw. man erhält nur Wortfetzen. Videokonferenzen neigen zum Einfrieren des Bildes oder stotterndem Ton.

Computerspieler leiden dann unter Lag-Spikes, „springenden" Charakteren oder nicht registrierten Hits. Während des normalen Surfens fällt hingegen Jitter kaum auf, außer dass Seiten „ruckelnd" laden können.

Was sind gute Ping-Werte?

Das kommt vor allem auf den zugrundeliegenden Internetanschluss den man nutzt an, genauer gesagt der Breitbandtechnik. Diese limitiert technisch bereits, was theoretisch machbar ist und was nicht. Für alte DSL-Zugänge z. B. sind 30–100 ms „normal". Mit Glasfaser aber eher 1–20 Millisekunden.

Faustregel:

  • Glasfaser: 1–20 ms
  • Kabel/DOCSIS: 10–30 ms
  • VDSL: 15–40 ms
  • LTE/5G: 25–60 ms
  • Satellit (Starlink): 30–60 ms; geostationär: 600+ ms

Je nach anvisiertem Anwendungsfall können grob folgende Schwellen herangezogen werden zur Bewertung.

  • < 15 ms – Ausgezeichnet: Glasfaser-Niveau, ideal für E-Sport
  • 15–30 ms – Sehr gut: typisch für gute Glasfaser/VDSL-Anschlüsse
  • 30–60 ms – Gut: Standard für die meisten Anwendungen ausreichend
  • 60–100 ms – Akzeptabel: Web-Surfen okay, beim Gaming spürbar
  • 100–200 ms – Grenzwertig: Videocalls schwierig, Gaming kaum noch sinnvoll
  • > 200 ms – Zu hoch: Hinweis auf Probleme (Mobilfunk schlecht angebunden, Sat-Internet, überlastete Leitung, Routing-Probleme)
Warum schwankt mein Ping?

Es gibt eine Vielzahl von Faktoren bzw. Ursachen, die den Ping/Latenz eines Internet­anschlusses beeinflussen können. Einmal wie oben dargelegt natürlich die Breitbandtechnik an sich. Aber auch die Qualität sämtlicher Netzwerk­komponenten und der verwendeten Software spielen eine entscheidende Rolle.

Besonders die Verwendung von WLAN kann sich gegenüber LAN negativ auswirken. Daher sollte man, wenn RTT ein Thema ist, immer auf moderne WLAN-Endgeräte und die neuesten Standards setzen. Nach Möglichkeit kritische Geräte per LAN anbinden.

Weitere Ursachenquellen:

  • Mehrere Geräte teilen sich die Leitung – Streaming, Cloud-Backup, Updates im Hintergrund
  • Bufferbloat – überfüllte Router-Puffer unter Last
  • Auslastung des Internetanbieters – gerade zu Stoßzeiten abends 19–23 Uhr kann das vorkommen
  • Hintergrund-Prozesse auf deinem Gerät – Windows-Update, Cloud-Sync, Browser-Tabs
  • Powerline-Adapter – funktionieren oft, sind aber latenz-anfällig bei Stromschwankungen
  • VPN-Nutzung – fügt logischerweise einen Umweg über den VPN-Server hinzu
Was tun bei zu hohem Ping?

Aber was kann man konkret tun bei zu schlechten Werten? Wer noch einen alten DSL-Zugang nutzt, sollte als Allererstes über einen Wechsel nachdenken. Genauer gesagt einen Wechsel zu moderneren Breitbandstandards wie 5G oder Glasfaser. Hier hat man von Haus aus bereits deutlich bessere Startbedingungen. Aber auch sonst lassen sich einige Vorkehrungen und Optimierungen treffen.

Mehr dazu hier in unserem Ratgeber „Ping optimieren".

Was ist der Unterschied zwischen Ping und Bandbreite (MBit/s)?

Mit der eigentlichen „Bandbreite" eines Internetanschlusses in MBit/s hat der Ping allerdings nichts zu tun. Bildlich könnte man sagen, die Bandbreite ist wie die Breite einer Autobahn – also wie viele Autos bzw. Daten gleichzeitig übertragen werden. Der Ping hingegen misst, wie schnell einzelne Autos im Idealfall durchkommen.

Was ist die Geschichte des Pings?

Geht zurück auf ein Unix-Tool aus dem Jahr 1983. In Maryland (USA) wurde von Mike Muuss in einem US-Army-Labor ein kleines Tool in C programmiert. Er wollte eigentlich ein Netzwerkproblem lösen. Vorbild war dabei das Prinzip eines U-Boot-Sonars. Also einen Schallimpuls aussenden (Ping), ein Objekt reflektiert es und aus der Zeit dafür errechnet sich die Distanz.

Das erste Ping-Tool sendete auch Datenpakete und wartete auf Antwort und die Zeit. Aufgrund dessen setzte sich „Ping" als Name für das Testprogramm bzw. Prinzip in der IT durch. Nach Unix kam es später auf Linux und erstmals Windows 95. Heute noch existiert „ping" als Befehl in jedem Windows-Betriebs­system über die Kommandozeile (cmd → ping einewebseite.de). An der Funktionsweise hat sich vom Prinzip seit 1983 nichts weiter geändert.